Autismusdiagnose durch die Eltern

Je früher Autismus erkannt wird, desto früher ist es möglich, fördernde Maßnahmen einzuleiten. Die Anzeichen variieren aber und es kann vorkommen, das eine Erkennung im Kindesalter ausbleibt. Die resultierende Ungewissheit, was einen „anders“ macht, plagt die betroffenen Menschen dann häufig über lange Zeit. Daher ist es wichtig, dass Eltern auf mögliche Anzeichen achten.

Die Anzeichen sind unterschiedlich

Weil Autismus ein Spektrum ist, sind auch die Arten, wie er sich äußert, von Person zu Person unterschiedlich. Da aber auch alle Kinder sich in ihrer Entwicklung mitunter stark voneinander unterscheiden, dauert es oft lange, bist eine Autismus-Diagnose mit relativer Sicherheit bestätigt werden kann. Wird Autismus nicht erkannt, gelten Kinder häufig schlichtweg als „Problemkinder“, die Eltern sind ratlos. Manche Betroffene arrangieren sich auch ohne Diagnose mit ihrem Anderssein, führen ihr Leben gezielt so, dass sie mit den Herausforderungen des Alltags umgehen können. Selbst eine späte Diagnose ist aber auch für sie meist eine Erleichterung. Besser ist aber die Diagnose im Kindesalter, denn je früher die Förderung, desto besser kann mit den eigenen Besonderheiten umgegangen werden.

Frühkindlicher Autismus

Seiner Bezeichnung gemäß macht sich frühkindlicher Autismus in den allermeisten Fällen bereits in jungem Alter und meist deutlich bemerkbar. Häufige Zeichen sind, dass betroffene Kinder sehr lange keinen Blickkontakt aufnehmen, ungern berührt werden, viel schreien und wenig schlafen. Gelenkte Aufmerksamkeit fällt ihnen auch mit einem Jahr noch schwer. Das heißt, sie reagieren selten auf Versuche, sie durch Deuten, Zeigen oder Blickkontakt auf bestimmte Objekte oder Situationen hinzuweisen. Sie lernen erst spät, manchmal fast gar nicht, das Sprechen und auch ihre motorische Entwicklung ist meist verzögert, wobei manche Bewegungsabläufe mitunter auffallend häufig wiederholt werden. Manche Kinder fallen dadurch auf, dass sie, wenn sie Laufen lernen, oft auf Zehenspitzen gehen. Wichtig ist immer der Vergleich zu anderen Kindern. Gerade wenn es das erste Kind ist, sollten Eltern diesen daher bewusst anstellen.

Manchmal ist die Diagnose schwierig

Bei anderen Formen von Autismus kann die Diagnose gerade bei Einzelkindern ohne direkten Vergleich schon schwieriger werden. Oft sind auch hier die gleichen Symptome gegeben – allerdings nicht so ausgeprägt, dass es auffällig ist. Denn eine unterschiedliche Entwicklung von Kind zu Kind ist völlig normal. So kann zum Beispiel bereits ein besonders ausgeprägter Sortier-und Ordnungsdrang ein Signal sein. Was bei Bauklötzen oft noch als „normales“ Spielverhalten gilt, sollte beobachtet werden, wenn selbst kleine Krümel oder Schmutzpartikel regelmäßig penibel zur Seite sortiert werden. Denn dies ist auch ein Anzeichen für eine sehr auf einzelne Details ausgerichtete Wahrnehmung der Welt. Die Diagnose „Asperger-Syndrom“ erhalten Kinder häufig erst, wenn diese in der Schule auffallen, manchmal auch erst später. Wenn man als Eltern den Verdacht hat, dass das eigene Kind ins Autismus-Spektrum fällt, kann es nie schaden, Fachleute zu kontaktieren.

Eine frühe Diagnose kann helfen, Kindern aus dem Autismusspektrum frühzeitig die Unterstützung zukommen zu lassen, die ihnen ein selbstbestimmtes Leben erleichtert. Stets im Vordergrund sollte aber immer, von Moment zu Moment, das Wohl des Kindes stehen. Denn schließlich ist es für alle Eltern das Wichtigste, dem eigenen Nachwuchs ein erfülltes Leben zu bieten – ganz egal, ob mit Autismus oder ohne.

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