Begleiter für Menschen mit Autismus: Ein spannender Job

Menschen mit Autismus im Alltag zu begleiten und ihnen bei alltäglichen Aufgaben und Problemen zu helfen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Aber auch eine schöne.

Das tun die Begleitpersonen

Grundsätzlich haben Begleitpersonen für Menschen mit Autismus viele verschiedene Aufgaben. Sie sollen helfen Struktur in den Alltag bringen, in Krisen Schutz bieten und helfen die begleitete Person selbstständiger zu machen – sowohl allgemein als auch speziell in sozialen Situationen.

In Momenten von Überforderung und Reizüberflutung ist es ihre Aufgabe, Hilfe und Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Übergangsphasen im Leben erfordern intensivere Betreuung als alltägliche Aufgaben. Aber Krisen kann es immer geben: Die Begleitperson erarbeitet daher zusammen mit der begleiteten Person und evtl. anderen Angehörigen für alle möglichen Fälle Maßnahmen um diese Krisen zu managen. Begleitpersonen helfen im Alltag – und zwar nicht einfach mit den alltäglichen Bedürfnissen, sondern auch dabei, Probleme grundlegend zu erkennen und an Lösungen zu arbeiten.

Gleichzeitig haben sie gewissermaßen eine Funktion als „Dolmetscher“. Denn sie sind ausgebildet und wissen nicht nur, welche Probleme für Menschen mit Autismus allgemein in der Kommunikation auftreten können, sondern lernen auch sehr schnell, welche individuellen Dinge der Person Schwierigkeiten bereiten, die sie betreuen.

Ansprüche an Begleiter für Menschen mit Autismus

Ein Begleiter oder eine Begleiterin für Menschen mit Autismus muss einige Voraussetzungen erfüllen. Zunächst sollte eine passende Ausbildung vorliegen. Die allermeisten Menschen, die als Begleitpersonen für Menschen mit Autismus tätig sind, haben eine Ausbildung im pädagogischen Bereich oder Vergleichbares abgeschlossen. Sehr häufig ist diese noch verbunden mit einer Fortbildung im Bereich Autismus, wobei auch hilfreich ist, wenn die Person bereits Erfahrung sammeln konnte.

Ein sehr wichtiger Aspekt, der allerdings nicht gelehrt werden kann, ist, dass „die Chemie stimmen muss“. Das ist eine Redewendung, die beschreibt, dass zwischen zwei Menschen eine grundlegende Sympathie besteht, einfach so und ohne, dass eine der beiden betroffenen Personen wirklich etwas dafür tun oder sagen muss. Man kann an dieser Chemie zwar arbeiten, aber eine gewisse Grundsympathie zwischen Begleitperson und begleiteter Person ist absolut wichtig. In diesem Belang, aber auch wegen anderer Aufgaben, die im begleiteten Alltag anstehen können, ist zudem häufig und wird als Vorteil gesehen, wenn begleitete Person und Begleitperson dasselbe Geschlecht haben. Außerdem sollte ein Verständnis vorliegen für das Umfeld, in dem die Begleitung stattfindet, wie das System Schule bei Schulbegleitern.

Begleitung heißt nicht: „Lebensverwalter“

Wichtig ist eines nie zu vergessen: Eine Begleitperson ist Teil eines Gesamtsystems. Es ist nicht ihre Aufgabe, alleiniger Ansprechpartner zu sein. Sie soll bei bestimmten Dingen helfen und vermitteln, nicht alle Aufgaben übernehmen. Denn das Ziel ist letztendlich eine größtmögliche Selbstständigkeit für die begleitete Person. Das bedeutet Verantwortung sowohl bei den Menschen im Umfeld, als auch für die begleitete Person.

Das beste Ergebnis, dass eine Begleiterin oder ein Begleiter für den eigenen Schützling erzielen kann, bringt also einen Abschied mit sich: Denn wenn die begleitete Person so selbstständig ist, dass sie keine weitere Begleitung mehr braucht, dann ist das der größte Erfolg.

Neuen Kommentar verfassen

Kommentare

zurück zum Blog