Kind mit Autismus: Das ändert sich für Eltern

Die Geburt des eigenen Kindes ist der Beginn eines neuen Lebensabschnitts, der neue Gelegenheiten und Herausforderungen bringt. Diese sind für Eltern von Kindern mit Autismus natürlich andere.

Ein neuer Lebensabschnitt

Mit dem Elternwerden ändert sich das Leben von Grund auf. Ganz egal, ob das Kind ohne besondere Bedürfnisse zur Welt kommt oder mit: Plötzlich gilt es bei jeder Entscheidung nicht mehr nur noch um das eigene Wohl, sondern auch das des eigenen Nachwuchses zu beachten. Dass sich etwas ändert, das ist vorher bekannt. Wie tiefgreifend die Änderungen dann in der Praxis aber wirklich sind, überrascht die meisten Eltern trotzdem. Denn Wissen ist eine Sache, Erleben eine andere.

Vielleicht aus diesem Grund kann die Diagnose Autismus beim Kind Eltern noch zusätzlich belasten: Denn vielen Eltern fehlt hier zunächst noch das Wissen, was sie zu erwarten haben. Und tatsächlich gibt es Unterschiede: Prioritäten ändern sich anders als bei neurotypischen Kindern, die Ansprüche an die Strukturierung des Alltags sind strikter.

Für das Kind lernen, vom Kind lernen

Eine der wichtigsten Fähigkeiten, die Eltern haben sollten und nach der Geburt des ersten Kindes meist schnell erlernen, ist Geduld. Das gilt für Eltern von Kindern mit Autismus ganz besonders. Viele Dinge müssen bei ihnen bewusster angegangen werden, Wissen zielstrebiger vermittelt werden. Ganz wichtig ist die richtige Kommunikation, die gezielt auf die Bedürfnisse des Kindes angepasst sein sollte. Sowohl Eltern als auch Kind lernen mit der Zeit, wie gelungene Kommunikation funktioniert. Diese wissen sie dann auch meist ganz besonders zu schätzen. Das ist auch eine Aussage, die Eltern von Kindern mit Autismus häufig äußern: Durch die Herausforderungen und das Überwinden derselben wüssten sie besser zu schätzen, was sie haben.

Ehrlichkeit von sich aus

Kinder sollen nicht lügen: Zumindest ist das ein beliebtes Erziehungs-Klischee. In vielen Formen von Erziehung wird den Kindern daher nahegelegt, immer ehrlich zu sein, vor allem gegenüber den eigenen Eltern. Bei Kindern mit Autismus funktioniert dies gewissermaßen anders herum: Andeutungen und indirekte Sprache führen bei ihnen zu Kommunikationsproblemen und Eltern lernen so zwangsläufig, sich direkt und ehrlich ihnen gegenüber auszudrücken. Diese Gewohnheit macht viele Eltern von Kindern mit Autismus möglicherweise auch anderswo zu ehrlicheren, häufig direkteren Menschen.

Hilfe von außen

Für eine Zielgleiche Unterrichtung benötigen Kinder mit Autismus ab Schulbeginn ganz objektiv Unterstützung und Nachteilsausgleich. Deshalb gibt es viele Hilfestellungen, staatlich und anderswo, auf die ihre sie einen besonderen Anspruch haben und die helfen können, sie und ihre Eltern finanziell, zeitlich und strukturell zu entlasten. Welche Ansprüche bestehen, ist dabei immer davon abhängig, wieviel Unterstützung das Kind im individuellen Fall benötigt. Neben finanziellen Hilfen in Form von Pflegegeldern können dazu zum Beispiel Integrativkindergärten gehören und später die Schulbegleitung von autistischen Kindern.

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